Wo liegt eigentlich Harare ?
Mancher mag auf den berühmten, “ersten Hieb“ vielleicht vermuten, dass es sich dabei um irgendein Dorf „hinter den sieben Bergen bei den…“ handeln müsse - weil man davon ja noch nie etwas gehört hat.
Die Umstand jedoch, dass dort eines der diesjährigen Youth-League-Turniere stattfände, also eines nicht gerade unbedeutenden internationalen Turniere, wird einen dann diese Ansicht überdenken lassen.
Wenn man sich weiter erkundigt, wird man recht schnell dazu gelangen, dass es sich bei Harare um die Hauptstadt des afrikanischen Simbabwe auf der Südhalbkugel unseres Planeten handelt
Wer von den Organisatoren der Youth League aus welchem Grunde auf den Gedanken verfallen war, eines der Turniere der League dort stattfinden zu lassen – Simbabwe ist nicht unbedingt als das Mutterland des Karate oder eine dessen führenden Wettkampfnationen bekannt – mag wohl ewig im Dunkeln bleiben. Simbabwe kennen die meisten, wenn überhaupt, eher durch die spektakulären „Sambesi-/Victoria-Wasserfälle“ (Unesco-Weltnaturerbe) … .
Ungeachtet dessen ließ sich eine kleine Abordnung von Karatekas aus dem Karateverband Sachsen-Anhalt e. V. von dem somit recht langen Weg zu diesem recht exotischen Wettkampfort nicht abschrecken, um an dem Turnier teilzunehmen.
Nach einer abenteuerlichen Anreise wartete auf das Team aus Sachsen-Anhalt aber ein herzlicher Empfang: Das afrikanische Land präsentierte sich als völlig andere Welt für die Europäer – mit neuen Eindrücken, großer Herzlichkeit der Menschen und einer ganz besonderen Atmosphäre.
Für den Landesverband Sachsen-Anhalt gingen zwei Athletinnen an den Start: Linnéa Aßmann in der Disziplin Kata U18 sowie Hanna Olschewski im Kumite U16 -54 kg.
Gleichzeitig war es für beide eine besondere Premiere, da sie erstmals bei einer Veranstaltung der „World Karate Federation“ (WKF) auf afrikanischem Boden teilnahmen – ein Moment, der für echte Gänsehaut sorgte.
Im Vergleich zu anderen Youth-League-Turnieren war das Teilnehmerfeld etwas kleiner, dennoch waren mit Athletinnen und Athleten aus insgesamt 37 Nationen ein breites Teilnehmerfeld zu verzeichnen.
Linnéa eröffnete den Wettkampf in der Kategorie Kata U18 und zeigte sich in Topform. Mit starken Leistungen kämpfte sie sich souverän bis ins Finale. Dort musste sie sich am Abend knapp einer Gegnerin aus der Ukraine geschlagen geben und belegte einen hervorragenden zweiten Platz.
Hanna startete in der Kategorie Kumite U16 -54 kg:
Sie überzeugte von Beginn an mit zwei dominanten Siegen (8:0 und 4:0). Im Finale traf sie auf eine starke Gegnerin aus Lettland, gegen die sie bereits in Fujairah gekämpft hatte. Lange stand es 1:1, doch in den letzten 30 Sekunden gelang Hanna ein entscheidender Kopftreffer, der ihr drei Punkte einbrachte. Mit einem Endstand von 6:1 sicherte sie sich die Goldmedaille.
Für Hanna ist es die erste Goldmedaille bei der Youth League – ein großer Erfolg, der sie im Ranking der WKF auf Platz 6 katapultiert. Damit gehört sie nun zu den Top-Athletinnen der Weltrangliste.
Mit diesen beiden Medaillen konnte sich die Abordnung aus dem KVSA im Gesamtfeld der deutschen Teilnehmer, das es auf neun Medaillen brachte, mehr als nur sehenlassen.
Neben diesem blieb neben der abenteuerlichen Reise vor allem die Gastfreundschaft der Menschen in Erinnerung. Diese Erfahrung hat sich in jeder Hinsicht gelohnt.
Text und Bilder: A. Wegner
Redaktion: Pressereferent

